Fragen und Antworten

Auf dieser Seite haben wir die wichtigsten Fragen und Antworten zur Corona-Impfung zusammengestellt. Alle Infos zu Impfstoffen, Impfschema und Nebenwirkungen.

Stand: 15. Februar 2022

Die Corona-Schutzimpfung

Wer kann sich impfen lassen?

In Deutschland können sich alle Menschen ab einem Alter von 5 Jahren gegen COVID-19 impfen lassen. Nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) können nur sehr wenige Personen nicht gegen COVID-19 geimpft werden. Wie bei jeder Immunisierung sollte auch eine COVID-19-Schutzimpfung erst nach sorgfältiger Anamnese durchgeführt werden. Hierzu ist es wichtig, mögliche Bedenken oder Allergien mit der impfenden Ärztin oder dem impfenden Arzt zu thematisieren. Für alle Fragen stehen wir Ihnen im Impfzentrum Schleyerhalle gerne zur Verfügung. In jedem Fall sind die Fachinformationen zu beachten.

Seit dem 17. Dezember 2021 sind 5- bis 11-Jährige in die Impfkampagne einbezogen. Der Kinder-Impfstoff von BioNTech/Pfizer wurde Ende November in der Europäischen Union zugelassen. Die Impfung wird mit einer geringeren Dosis als bei Erwachsenen vorgenommen. Die Ständige Impfkommision (STIKO) empfiehlt die Impfungen für 5- bis 11-Jährige mit Vorerkrankungen und bei individuellem Wunsch von Kindern und Eltern nach ärztlicher Aufklärung.

Wie lange muss ich nach einer Infektion bis zur nächsten Impfung warten?

Die STIKO empfiehlt für ungeimpfte immungesunde Personen ab 12 Jahren sowie für 5- bis 11-jährige Kinder mit Vorerkrankungen, die eine gesicherte SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, im Rahmen der Grundimmunisierung die Verabreichung einer Impfstoffdosis. Wurde die Infektion durch einen PCR-Test bestätigt, soll die Impfung mit einem Abstand von mindestens 3 Monaten nach der Erkrankung erfolgen. Wenn Sie per Blutprobe einen Antikörpertest gemacht haben, können Sie sich schon nach vier Wochen impfen lassen.

Wann kann ich den zweiten Impftermin buchen?

Den zweiten Impftermin im Impfzentrum Schleyerhalle können Sie nach der Beendigung Ihres ersten Impftermins über unseren Online-Terminkalender (TIMIFY) buchen.

Kinderimpfungen

Wird die Corona-Schutzimpfung bei Kindern und Jugendlichen empfohlen?

Die STIKO empfiehlt allen Kindern und Jugendlichen im Alter von 12-17 Jahren eine COVID-19-Impfung mit dem mRNA-Impfstoff Comirnaty (BioNTech/Pfizer).

Zusätzlich empfiehlt die STIKO Kindern im Alter von 5-11 Jahren, die aufgrund von Vorerkrankungen ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf der COVID-19-Erkrankung haben die COVID-19-Impfung mit Comirnaty. Gleiches gilt für Kinder und Jugendliche ab 5 Jahren, in deren Umfeld sich Angehörige oder andere Kontaktpersonen mit hoher Gefährdung für einen schweren COVID-19-Verlauf befinden, die selbst nicht geimpft werden können oder bei denen der begründete Verdacht auf einen nicht ausreichenden Schutz nach Impfung besteht (zum Beispiel Menschen unter relevanter immunsuppressiver Therapie). Außerdem besteht eine berufliche Impfindikation für Jugendliche, die arbeitsbedingt entweder ein erhöhtes Expositionsrisiko aufweisen oder engen Kontakt zu vulnerablen Personengruppen haben.

Kinder zwischen 5 und 11 Jahren können sich auch nach individuellem Wunsch von Kindern und Eltern nach ärztlicher Aufklärung impfen lassen. Die Corona-Schutzimpfung ist für viele Eltern ein sensibles Thema. Es gibt daher auch im Impfzentrum Schleyerhalle ausreichend Beratungsmöglichkeiten durch unsere Ärztinnen und Ärzte.

Wird die Auffrischungsimpfung bei Kindern und Jugendlichen empfohlen?

Die STIKO empfiehlt allen grundimmunisierten Personen ab 12 Jahren eine Auffrischungsimpfung.

Die aktuelle Lage mit den stark ansteigenden COVID-19-Fallzahlen durch die Omikron-Variante und den befürchteten Konsequenzen für das Gesundheitssystem in Deutschland, macht eine Ausweitung der Impfkampagne erforderlich. Die STIKO empfiehlt daher die Auffrischimpfung für 12- bis 17-jährige Kinder und Jugendliche mit dem mRNA-Impfstoff Comirnaty.

Zudem nimmt der Schutz vor COVID-19-Infektionen durch die derzeit verfügbaren Impfstoffe auch in der Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen nach wenigen Monaten ab.

Welche möglichen Nebenwirkungen gibt es bei der Kinder-Impfung?

Bisher sind beim Corona-Impfstoff von BioNTech für Kinder zwischen fünf und elf Jahren keine schweren Nebenwirkungen bekannt. In der Zulassungsstudie hatten viele Kinder ein bis zwei Tage lang vorübergehende Impfreaktionen, besonders nach der zweiten Spritze.

Häufig waren das Schmerzen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen und Müdigkeit. Einige hatten rund um die Einstichstelle auch eine Rötung oder Schwellung. Außerdem bekamen einige Kinder Fieber, Durchfall, Schüttelfrost sowie Muskel- und Gelenkschmerzen.

Wer haftet, wenn es zu Schäden durch die Kinder-Impfung kommt?

Die Haftungsregelung gilt auch für die Kinder-Impfung. Mit dem Zweiten Gesetz zur Änderung des Infektionsschutzgesetzes wurde in § 60 IfSG klargestellt, dass für alle gesundheitlichen Schäden, die im Zusammenhang mit Schutzimpfungen eingetreten sind, die auf Grundlage der Coronavirus-Impfverordnung seit 27. Dezember 2020 vorgenommen wurden, bundeseinheitlich ein Anspruch auf Entschädigung besteht. Dieser Anspruch besteht unabhängig von den öffentlichen Empfehlungen der Landesbehörden.

Impfstoffe

Mit welchen Impfstoffen wird in Deutschland geimpft?

Folgende Covid-19-Impfstoffe stehen aktuell zur Verfügung:

Voraussichtlich wird ab Ende Februar auch Nuvaxovid® von Novavax verimpft werden können.

Für welche Altersgruppen werden die Impfstoffe empfohlen?

  • Comirnaty® wird für Impffähige ab 5 Jahre empfohlen (für 5-11-Jährige in eigener Darreichungsform mit angepasster Dosierung).
  • Spikevax® wird für Impffähige ab dem Alter von 30 Jahren empfohlen.
  • Janssen® wird für Impffähige ab dem Alter von 60 Jahren empfohlen (seit Mai 2021).
 

Ab wann der Impfstoff Novavax geliefert?

Insgesamt erhält Deutschland in 2022 bis zu 34 Mio. Impfstoffdosen Nuvaxovid® des pharmazeutischen Unternehmers Novavax. Im ersten Quartal werden ca. 4 Mio. Impfstoffdosen in mehreren Tranchen nach Deutschland ausgeliefert. Die ersten Auslieferungen sollen nach Mitteilung der EU-Kommission in den Kalenderwochen 8 bis 11 erfolgen. In Kalenderwoche 8 erhält Deutschland die erste Teillieferung in Höhe von 1,4 Mio. Dosen, die nach derzeitigem Stand an die Bundesländer ausgeliefert werden, gefolgt von jeweils 0,9 Mio. Dosen in KW 9 und 10 sowie 0,6 Mio. Dosen in KW 11. In den Monaten April bis Juni 2022 sind nach derzeitigem Stand weitere Lieferungen nach Deutschland von bis zu 30 Mio. Dosen mit dem Unternehmen Novavax vereinbart. Die genauen Modalitäten der Verteilung werden zur Zeit zwischen dem Bund und den Bundesländern abgestimmt.

Nebenwirkungen

Wann treten die bekannten Nebenwirkungen auf?

Nebenwirkungen sind bei Arzneimitteln, die zur Anwendung bei Menschen bestimmt sind, schädliche und unbeabsichtigte Reaktionen auf das Arzneimittel.

Typische Beschwerden (sogenannte Impfreaktionen) nach einer Impfung sind zum Beispiel Rötung, Schwellungen und Schmerzen an der Impfstelle, auch Allgemeinreaktionen wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und Unwohlsein sind möglich. Diese Reaktionen sind Ausdruck der erwünschten Auseinandersetzung des Immunsystems mit dem Impfstoff und klingen in der Regel nach wenigen Tagen komplett ab.

Angaben zu Art und Häufigkeit dieser Wirkungen finden sich in den Produktinformationstexten (Fach-und Gebrauchsinformationen) des jeweiligen Impfstoffs (zugänglich z.B. auf der Internetseite des PEI)

Wer mögliche Nebenwirkungen vermutet, sollte ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Vermutete Nebenwirkungen können von Betroffenen auch beim Paul-Ehrlich-Institut (PEI) selbst unter www.nebenwirkungen.bund.de gemeldet werden. Schwerwiegende unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) nach Impfungen sind sehr selten. Nach § 6 Abs. 1 Infektionsschutzgesetz (IfSG) ist der Verdacht einer über das übliche Maß einer Impfreaktion hinausgehenden gesundheitlichen Schädigung namentlich meldepflichtig.

Wer haftet, wenn es zu Schäden durch die Impfung kommt?

Im Infektionsschutzgesetz ist klargestellt, dass für alle gesundheitlichen Schäden, die im Zusammenhang mit Schutzimpfungen eingetreten sind, die auf Grundlage der Coronavirus-Impfverordnung seit dem 27. Dezember 2020 vorgenommen wurden, bundeseinheitlich ein Anspruch auf Entschädigung besteht. Dieser Anspruch besteht unabhängig von den öffentlichen Empfehlungen der Landesbehörden.

Grundimmunisierung

Wie viele Impfungen brauche ich, um als „vollständig geimpft“ zu gelten?

Alle aktuell zur Verfügung stehenden Impfstoffe werden nach der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut in zwei Dosen verabreicht. Am 15. Tag nach der 2. Impfung ist die Grundimmunisierung erreicht.  

Auch Personen, die mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson geimpft worden sind, müssen eine 2. Impfung erhalten, um als grundimmunisiert zu gelten. Aufgrund der hochansteckenden Omikron-Variante und dem verringerten primären Schutz, den der Impfstoff vor schweren Verläufen bietet, wird die 2. Impfung mit einem mRNA-Impfstoff empfohlen.

Es sind daher 2 Impfdosen notwendig, um als „vollständig geimpft“ zu gelten.

Abweichend davon ist eine einzelne Impfstoffdosis ausreichend,

  • wenn die betroffene Person einen positiven Antikörpertest in deutscher, englischer, französischer, italienischer oder spanischer Sprache in Papier-  oder digitaler Form nachweisen kann und dieser Test vor einer Impfung gegen COVID-19 vorgenommen worden ist. Diese Person gilt ab dem Tag der verabreichten Impfstoffdosis als vollständig geimpft.
  • wenn die betroffene Person eine durchgemachte Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 nachweisen kann und zum Zeitpunkt des Nachweises noch keine Impfung gegen COVID-19 erhalten hat. Die Infektion muss mit einem PCR, PoC-PCR oder einer weiteren Methode der Nukleinsäureamplifikationstechnik nachgewiesen sein. Ab dem Tag der verabreichten Impfstoffdosis gilt diese Person als vollständig geimpft.
  • wenn die betroffene Person nach Erhalt einer einzelnen Impfstoffdosis eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 durchgemacht hat. Zum Nachweis der Infektion ist ein PCR-, PoC-PCR- oder ein Test einer weiteren Methode der Nukleinsäureamplifikationstechnik notwendig. Diese Person gilt ab dem 29. Tag nach Abnahme des positiven Tests als vollständig geimpft.

Schema:

  • geimpft, geimpft (nach 14 Tagen)
  • genesen, geimpft (nach 14 Tagen)
  • geimpft, genesen (nach 29 Tagen)

Mit welchen Abständen sollen die Impfungen vorgenommen werden?

  • Comirnaty® (BioNTech/Pfizer) im Abstand von 3 bis 6 Wochen 
  • Spikevax® (Moderna) im Abstand von 4 bis 6 Wochen 
  • Janssen® (Johnson & Johnson) nach 4 Wochen
 

Was gilt für Personen, die mit Johnson & Johnson geimpft sind?

Um eine Grundimmunisierung zu erhalten, genügte bisher eine einmalige Impfung mit Johnson & Johnson. Jede weitere Folgeimpfung galt als Auffrischungsimpfung („Booster“) und war nach 14 Tagen Wartezeit gültig.

Mittlerweile benötigt in Deutschland jede Person, die erstmalig mit Johnson & Johnson geimpft wurde, eine zweite Impfung, um nach den Regelungen der Coronavirus-Einreiseverordnung und der COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmeverordnung den Impfnachweis zu erreichen. Erst jede weitere Impfung wird in Deutschland als Auffrischungsimpfung („Booster“) gezählt. Um eine Auffrischungsimpfung in Deutschland nachweisen zu können, werden demnach auch bei Johnson & Johnson (J&J) drei Impfungen benötigt. Die Auffrischungsimpfung ist ohne Wartezeit sofort gültig.

Auffrischungsimpfungen

3. Impfung: Was muss man zur Auffrischungsimpfung wissen?

Die STIKO empfiehlt allen grundimmunisierten Personen ab 12 Jahren eine Auffrischungsimpfung. Erwachsene (Personen ab 18 Jahren) sollen 3 Monate nach der Grundimmunisierung „geboostert“ werden. Dazu ist eine einmalige Impfung mit einem mRNA-Impfstoff (Comirnaty® oder Spikevax®) vorgesehen.

Auch Personen, die mit dem Impfstoff Vaxzevria® von AstraZeneca grundimmunisiert sind, können eine Auffrischungsimpfung mit einem mRNA-Impfstoff erhalten. Vaxzevria® kommt seit Dezember 2021 in Deutschland nicht mehr zum Einsatz.

Für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren wird eine Boosterung mit Comirnaty 3 bis 6 Monate nach der Grundimmunisierung empfohlen.

Als „geboostert“ gilt man ab dem Tag der Auffrischungsimpfung (3. Impfung/“Boosterung“). 

Ziel der Auffrischungsimpfkampagne ist es, schwere Krankheitsverläufe zu verhindern und die Verbreitung der Infektionen einzudämmen.

4. Impfung: Was muss man zur zweiten Auffrischungsimpfung wissen?

Die STIKO hat am 03. Februar 2022 das Stellungnahmeverfahren zu einer weiteren wichtigen Aktualisierung ihrer COVID-19-Impfempfehlung zu den Auffrischungsimpfungen eingeleitet.

Die STIKO empfiehlt eine 2. Booster-Impfung für Menschen ab 70 Jahren, Bewohnerinnen, Bewohner und Betreute in Einrichtungen der Pflege, Menschen mit Immunschwäche ab 5 Jahren sowie Tätige in medizinischen Einrichtungen und Pflegeeinrichtungen.

Die 2. Booster-Impfung soll bei gesundheitlich gefährdeten Personengruppen frühestens 3 Monate nach der 1. Booster-Impfung mit einem mRNA-Impfstoff erfolgen. Bei Personal in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen frühestens nach 6 Monaten.

Ab wann kann man eine Auffrischungsimpfung nach J&J erhalten?

Es sollte zwischen Grundimmunisierung (mittlerweile werden in Deutschland dafür zwei Impfungen benötigt) und Auffrischungsimpfung unterschieden werden. Eine Auffrischungsimpfung nach zwei Impfungen mit J&J oder einer Impfung mit J&J und einer weiteren Impfung mit einem mRNA-Impfstoff kann erfolgen, wenn die Grundimmunisierung mindestens drei Monate zurückliegt. 

COVID-Zertifikate (Genesenen- und Impfzertifikat)

Kann man das digitale J&J-Impfzertifikat auch im EU-Ausland benutzen?

Grundsätzlich können digitale Zertifikate genutzt werden. Bitte informieren Sie sich, welche Regelungen in den Reiseländern gelten. Allerdings wurden die Vorgaben zur Darstellung der J&J Impfung in den Impfzertifikaten in Kombination mit weiteren Impfungen mit Wirkung zum 1. Februar durch die EU angepasst. Je nachdem, ob andere EU-Länder diese Anpassungen in ihren Prüf-Apps schon nachvollzogen haben, kann es für einen kurzen Übergangszeitraum dazu kommen, dass die Impfzertifikate einzeln vorgezeigt werden müssen. Zudem ist es möglich, dass einzelne EU-Länder bereits jetzt eine nachweisbare Auffrischungsimpfung verlangen.

Wie lange sind Genesenenzertifikate innerhalb von Deutschland gültig?

Die Gültigkeit innerhalb von Deutschland beträgt 3 Monate. Dieser Zeitraum steht im Einklang mit der EU-Verordnung 2021/953 über Digitale COVID Zertifikate, nach der Genesenenzertifikate früh­estens 11 Tage bis höchstens 180 Tage nach dem Tag des ersten positiven Testergebnisses gültig sind.  Gemäß den fachlichen Vorgaben für Genesenennachweise im Sinne der Schutzmaßnahmen­ausnahme-Verordnung sowie der Coronavirus-Einreiseverordnung, wie sie mit Wirkung vom 15. Januar 2022 auf der Homepage des RKI publiziert worden sind, muss das Datum der Abnahme eines positiven PCR-Tests nunmehr mindestens 28 Tage und darf höchstens 90 Tage zurückliegen.

Ändert die aktuelle Empfehlung der EU vom 25. Januar 2022 hieran etwas?

Nein. Die kürzlich geänderte, rechtlich nicht bindende EU-Ratsempfehlung 2020/1475 zitiert die Regelung der eben genannten EU-Verordnung 2021/953 über Digitale COVID Zertifikate und ver­weist deklaratorisch ebenfalls auf die bis zu 180 Tage. Da eine Höchstgültigkeitsdauer von 90 Tagen dem Stand der medizinischen Wissenschaft entspricht, hat sich die Bundesregierung bei der EU für eine entsprechend kürzere Gültigkeitsdauer eingesetzt und wird dies auch weiterhin tun.

Was gilt bei Einreisen von Genesenen nach Deutschland?

Auch im Kontext der Einreise gilt eine Gültigkeit des Genesenenzertifikates von 90 Tagen. Denn die EU hat einen Anerkennungsrahmen mit einer Höchstgültigkeitsdauer von 180 Tagen vorgesehen. Deshalb kann der Genesenenstatus national auch kürzer festgelegt werden. Einreisende, deren bis­heriger positiver PCR-Test mehr als 90 Tage zurückliegt, werden daher wie Ungeimpfte betrachtet. Die Bundesregierung hat hier­ über die EU-Kommission und die anderen Mitgliedstaaten unterrichtet.

Welche Gültigkeit haben Impfnachweise innerhalb von Deutschland?

Die nach zweimaligem und erst recht nach dreimaligem Impfen ausgestellten Impfnachweise und digitalen Impfzertifikate der EU sowie Impfnachweise und digitalen Impfzertifikate der EU, die Ge­nesenen nach einer Impfung ausgestellt werden, sind im Hinblick auf die inner­deutsche Verwen­dung bisher unbefristet. Gleichwohl wirbt die Bundesregierung seit geraumer Zeit intensiv für eine Auffrischungsimpfung und befürwortet, dass die Bevölkerung sich boostern lässt, um in Zeiten der Omikron-Variante die Schutzwirkung einer Impfung zu erhalten und zu erhöhen.

Hat die EU die Gültigkeitsdauer von Impfzertifikaten begrenzt?

Ja, durch die EU Verordnung 2021/2288 vom 21. Dezember 2021. Dort hat die EU-Kommission durch einen sogenannten delegierten Rechtsakt für das digitale Impfzertifikat der EU nach dem Abschluss der Grundimmunisierung eine Anerkennungsdauer von 270 Tagen festgelegt. Diese Dauer gilt aber nur für grenzüberschreitende Reisen. Das digitale Impfzertifikat der EU erlangt wieder Gültigkeit, sobald eine Auffrischimpfung kodiert wird, unabhängig davon, in welchem Ab­stand zur Grundimmunisierung diese erfolgt. Für andere Impfnachweise wie das gelbe Impfheft der WHO und für die inner­staatliche Verwendung gelten diese EU-Vor­gaben nicht.

Ab wann gilt beim Reisen die Befristung der EU auf 270 Tage?

Der delegierte Rechtsakt der Kommission gilt zum 1. Februar 2022. Ein digitales Impfzertifikat der EU, aus dem hervorgeht, dass das Datum der letzten Impfung zum Abschluss der Grundimmuni­sierung länger als 270 Tage zurückliegt, ist nicht mehr gültig. Beispiel: Die digitalen Impfzertifikate der EU, die als Angabe der letzten Impfung zum Abschluss der Grundimmunisierung den 6. Mai 2021 oder später enthalten, laufen ohne zwischenzeitliche Auffrischimpfung ab dem 1. Februar 2022 sukzessive in den nächsten Wochen und Monaten aus. Die EU-Kommission hatte ihre dies­be­züg­liche Entscheidung vom 21. Dezember 2021 verknüpft mit der Auf­for­derung an die Mitglied­staaten, die Verfügbarkeit und den Zugang zu weiteren Impfungen sicherzustellen. Dem ist die Bundes­regierung nachgekommen; sie unter­nimmt seit geraumer Zeit alle Anstrengungen, die Booster­quote weiter zu erhöhen.

Gibt es bei dieser begrenzten Dauer von 270 Tagen Ausnahmen?

Gemäß der EU-Verordnung 2021/953 sollen die Mitgliedstaaten den in Grenzregionen lebenden Personen, die häufig die Grenze überschreiten müssen, besondere Aufmerksamkeit widmen. Die Bundesregierung wird des­halb für diese Personengruppe bei Grenzübertritten bis auf weiteres die Befristung auf 270 Tage nicht an­wenden. Hierunter fallen auch Grenzpendler und Grenzgänger. Es empfiehlt sich, dass Grenzpendler und Grenzgänger entsprechende Nachweise mit sich führen.

Was bedeutet die Befristung der EU für Urlaubsreisende?

Urlaubsreisende mit einem digitalen Impfzertifikat der EU fallen unter die Befristung der EU auf 270 Tage. Sie sollten anhand des Datums ihrer zweiten Impfung prüfen, ob ihr digitales Impf­zertifi­kat der EU bei Grenzübertritt noch gültig ist. Die Bundes­regierung empfiehlt zum frühestmöglichen Zeitpunkt eine dritte Impfung zum besseren Schutz gegen COVID-19 und hat dementsprechend die Verfügbarkeit und den Zugang zu einer ausreichen­den Anzahl von Impfstoffen sichergestellt.

Welche Konsequenzen hat ein abgelaufenes Impfzertifikat der EU?

Die Entscheidung der EU zur Begrenzung der Gültigkeit beseitigt nicht die Frei­zügigkeit als Grund­freiheit der Europäischen Union. Auch Urlaubsreisende sind deshalb nicht daran gehindert, nach Deutschland einzureisen. Sie benötigen hierzu aber einen aktuellen Test- oder Genesenen­nachweis im Sinne der deutschen Coronavirus-Einreiseverordnung oder einen anderen Impfnachweis wie z.B. das gelbe Impfheft der WHO. Da die Be­fristung der EU keine Auswirkung auf die zur­zeit inner­halb von Deutschland geltenden Corona­regeln hat, müssen mindestens doppelt geimpfte oder genesene Reisende mit Voraufenthalt in einem Hochrisikogebiet weiterhin nicht in Quaran­täne, solange sie nicht aus einem als Virusvariantengebiet eingestuften Land einreisen. Derzeit ist kein Land als Virusvarian­ten­­gebiet eingestuft.

Einrichtungsbezogene Impfpflicht

Warum brauchen wir eine Impfpflicht in bestimmten Einrichtungen?

Die Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19) gehört zu den ansteckendsten Infektionskrankheiten des Menschen, von der alle Bevölkerungsteile betroffen sind. Um das Infektionsgeschehen weiter wirksam zu bekämpfen, besonders gefährdete vulnerable Menschen vor einer Infektion zu schützen und um die durch die Pandemie stark belasteten Krankenhäuser zu entlasten und die Gesundheitsversorgung zu gewährleisten, müssen weitere Maßnahmen ergriffen werden.

Insbesondere hochbetagte Menschen, pflegebedürftige Menschen und Personen mit akuten oder chronischen Grundkrankheiten haben ein deutlich erhöhtes Risiko für schwere, ggf. auch tödliche COVID-19 Krankheitsverläufe (vulnerable Personengruppen).

Dem Personal in den Gesundheitsberufen und Berufen, die Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderungen betreuen, kommt eine besondere Verantwortung zu, da es intensiven und engen Kontakt zu Personengruppen mit einem hohen Risiko für einen schweren, schwersten oder gar tödlichen COVID-19 Krankheitsverlauf hat. Ein verlässlicher Schutz vor dem Coronavirus SARS-CoV-2 durch eine sehr hohe Impfquote bei dem Personal in diesen Berufen ist besonders wichtig, denn so wird das Risiko gesenkt, dass sich die besonders gefährdeten Personengruppen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizieren.

Seit Beginn der Pandemie kommt es wiederholt in Krankenhäusern und insbesondere auch Altenpflegeheimen nach Eintragung des Virus zu Ausbrüchen, die teilweise mit hohen Todesfallzahlen einhergehen. Daneben kam es bundesweit auch in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen zu Ausbrüchen, die teilweise auch Todesfälle zu Folge hatten. Um eine Eintragung und Weiterverbreitung des Virus in diesen Settings zu vermeiden, ist es unerlässlich, dass das dort tätige Personal vollständig geimpft ist. Obwohl medizinischem Personal und Pflegepersonal bereits zu Beginn der Impfkampagne ein Impfangebot unterbreitet wurde, bestehen erhebliche Impflücken bei dieser Personengruppe.

Warum gilt die Impfpflicht erst ab dem 16. März 2022?

Die Frist des 16. März 2022 wurde gewählt, um allen betroffenen Personen, die noch keine Impfung gegen COVID-19 wahrgenommen haben, ausreichend Zeit zu geben, eine vollständige Impfserie durchzuführen.

Sind die vorgesehenen Regelungen mit dem Grundgesetz (GG) vereinbar?

Der Schutz der Gesundheit anderer Personen beziehungsweise der Allgemeinheit zur Abwehr von Seuchengefahren kann dann den gesetzlichen Eingriff in die körperliche Unversehrtheit rechtfertigen, wenn ein solcher Eingriff verhältnismäßig ist. Bei COVID-19 handelt es sich um eine besonders gefährliche Infektionskrankheit. Die Personen in den von der Vorschrift des § 20a IfSG erfassten Einrichtungen und Unternehmen können sich teilweise nicht selbst vor einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 und damit einer COVID-19-Erkrankung schützen und sind darauf angewiesen, dass Menschen in ihrem engen Umfeld geimpft sind. Bei gegen COVID-19-geimpftem Personal ist eine Übertragung des Virus (auch gegenüber Geimpften) erheblich weniger wahrscheinlich als durch ungeimpftes Personal. Daher ist aus Sicht der Bundesregierung eine einrichtungsbezogene Impfpflicht gerechtfertigt.

Ab wann gibt es eine COVID-19-Immunitätsnachweispflicht?

Das Gesetz zur Stärkung der Impfprävention gegen COVID-19 und zur Änderung weiterer Vorschriften im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie vom 10. Dezember 2021 (BGBl. I S. 5162) ist am 12. Dezember 2021 in Kraft getreten.

Alle Personen, die in den betroffenen Einrichtungen und Unternehmen tätig sind, müssen den erforderlichen Nachweis vorlegen, wenn sie dazu von der zuständigen Behörde aufgefordert werden (nach Ablauf des 15. März 2022). Die behördlichen Kontrollen können auch ohne eine Meldung der Leitung von Einrichtungen und Unternehmen über fehlende Nachweise erfolgen.

Zu den betroffenen Unternehmen zählen auch Leistungsberechtigte, die im Rahmen eines Persönlichen Budgets nach § 29 SGB IX im sog. Arbeitgebermodell Personen für die Erbringung entsprechender Dienstleistungen beschäftigen. Im Arbeitgebermodell beschaffen sich die Leistungsberechtigten die durch die Leistungsträger bewilligten Leistungen selber und beschäftigen hierfür das erforderliche Personal.

Bis wann gelten die neuen Regelungen?

Die Regelung des § 20a IfSG tritt am 1. Januar 2023 außer Kraft.

Wo gibt es mehr Informationen zur einrichtungsbezogenen Impfpflicht?

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